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Hormone

Oh, no! Diese Lebensmittel schaden Deinen Hormonen

Lebensmittel in die Kategorien gut und schlecht einzuteilen, ist nicht immer ratsam. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie lange Fett als schlecht verurteilt wurde, sogar Eier galten zeitweise als schädlich, sie sollte den Cholesterinwert angeblich in die Höhe treiben. Heute wissen wir, dass Fett gesund und wichtig ist und dass Eier niemandem schaden, es sei denn er ist allergisch. In Bezug auf die Balance unserer Hormone sind einige Nahrungsmittel allerdings besser als andere. Genau so, wie es Lebensmittels gibt, die unsere Hormone ausbalancieren, gibt es solche, die sie aus der Balance bringen. Das heißt nicht, dass Du diese Lebensmittel nie wieder essen darfst, aber wenn Du Probleme mit der Hormonbalance hast, solltest Du größtenteils auf sie verzichten oder zumindest einen Test wagen. Reduzieren oder streiche die folgenden Lebensmittel für mindestens einen Zyklus besser noch drei Zyklen und beobachte, ob Deine Symptome sich verbessern.

1. Stevia

Stevia gilt seit einigen Jahren als perfekter Zuckerersatz. Das Pflanzenextrakt hat keine Kalorien, beeinflusst den Insulinspiegel nicht und schmeckt mindestens genau so süß wie Kristallzucker. Stevia hat in Bezug auf Deine Hormone zwei Schwachstellen. Zum einen enthalten die meisten Steviaprodukte nur einen Hauch Stevia und beziehen ihre Süße stattdessen aus Maltodextrin, einem Kohlenhydrat aus Maisstärke, das einen hohen glykämischen Index hat, künstlichem Süßstoff oder Industriezucker. Wenn Du ein Steviaprodukt zu Hause hast, das nicht aus 100% Stevia besteht, schau Dir einmal die Zutatenliste an. Du wirst überrascht sein. Aber selbst wenn Du eine Süße aus 100% Stevia nutzt, solltest Du vorsichtig sein, besonders wenn Du versuchst, schwanger zu werden. In Südamerika wurde Stevia früher traditionell als natürliches Verhütungsmittel verwendet. Ältere Studien haben diesen Effekt an Ratten nachgewiesen. Ich würde Dir auf keinen Fall dazu raten, mit Stevia zu verhüten, aber das Süßungsmittel den Hormonen zuliebe zu meiden, schadet definitiv nicht.

2. Soja

Soja ist nicht immer und nicht grundsätzlich schlecht für die Hormone, wenn es in Form von Tempeh oder Miso daher kommt. Verarbeitetes Soja ist nie eine gute Idee. Generell solltest Du Soja meiden, wenn Du unter einer Östrogendominanz oder PCOS leidest, bei Östrogenmangel oder in den Wechseljahren kann Soja in der unverarbeiteten Form hilfreich sein.

3. Zucker

Ich weiß, ich klinge in Bezug auf Zucker gebetsmühlenartig. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Zucker schlecht für Dich ist. In Bezug auf den Alterungsprozess und für Deine Hormone. Wenn Du unter Östrogendominanz oder PCOS leidest, hast Du wahrscheinlich Probleme mit einer Insulinresistenz oder zumindest mit einem schwankenden Blutzuckerspiegel. Dieser Zustand ist nicht nur unangenehm und macht müde, glaub mir, ich weiß, wie Du Dich fühlst, sondern lässt Deine Hormone verrückt spielen. An dem Vermeiden von Zucker geht kein Weg vorbei, wenn Du ausbalancierte Hormone haben willst. Ausnahmen sind erlaubt, aber so wenige wie möglich. Fruchtzucker aus frischen Früchten zählt übrigens nicht, im Gegensatz zu Nahrungsmitteln die mit Fructose angereichert sind. Den ausführlichen Artikel zu Zucker und Hormonen findest Du hier.

4. Koffein

Koffeinhaltige Getränke habe ich ebenfalls bereits an mehreren Stellen als schädlich für die hormonelle Balance erwähnt. Das hat zwei Gründe: Koffein fördert Insulinresistenz und beeinflusst damit den für den Hormonhaushalt zu wichtigen Insulinstoffwechsel negativ. Außerdem pusht Koffein den Cortisolspiegel, der wiederum unser Progesteron aus der Bahn wirft – bei Männern gilt übrigens der gleiche Effekt für Testosteron. Den Artikel zu Kaffee und Hormonen findest Du hier.

5. Gluten

Das Für und Wider von Gluten, einem Eiweiß, das in den meisten Getreidesorten vorkommt, wird vielerorts diskutiert. Die einen halten den Verzicht auf Gluten für eine Modeerscheinung, die anderen glauben, dass es unbedingt nötig ist, Gluten zu vermeiden. Gluten hat keinen direkten Einfluss auf Hormone, kann ihnen jedoch trotzdem schaden. Wenn Du unter Hashimoto leidest, bist Du mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auch sensibel oder sogar intolerant auf Gluten. Du solltest Dich also testen lassen, um sicher zu gehen, wenn Du nicht einfach so auf Gluten verzichten möchtest. Ein weiterer Nachteil von Gluten ist, dass es den Darm durchlässig macht und somit das Reizdarmsyndrom und das Leaky Gut Syndrom fördert. Ein gesunder Darm ist für ausbalancierte Hormone jedoch unablässig. Außerdem heizt Gluten Entzündungen im ganzen Körper und damit auf Dauer die Cortisolproduktion an. Wenn Du also an eine Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto, Darmprobleme oder chronische Entzündungen hast, solltest Du Gluten, das heißt, Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste sofort von Deinem Speiseplan streichen, auch wenn das im ersten Moment schwierig erscheint.

6. Alkohol

Dass Alkohol ungesund ist, weißt Du sicher. Warum sonst sollte es Minderjährigen verboten sein, ihn zu trinken? Alkohol nimmt ähnlich wie Koffein Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus erhöht er den Östrogenspiegel und verstärkt damit die Symptome von PCOS und Östrogendominanz, während er gleichzeitig die Leber beschäftigt und so verhindert, dass sie das überschüssige Östrogen abbaut. Keine gute Kombination für die hormonelle Balance. Wie bei allen Empfehlungen bin ich auch hier der Überzeugung, dass sie nicht bis zum Perfektionismus umgesetzt werden muss, auch ich gönne mir am Wochenende ein Glas Wein. Wenn Deine Symptome jedoch derzeit stark ausgeprägt sind oder Du regelmäßig sehr viel trinkst, solltest Du Deinem Körper und Deinen Hormonen eine Pause gönnen.

7. Milchprodukte

Der Verzicht auf Milchprodukte zugunsten von Hormonbalance wird noch heißer diskutiert als das Thema Gluten. Das liegt unter anderem daran, dass uns über Jahrzehnte weisgemacht wurde, Milch sei für unsere Gesundheit unverzichtbar. Die Kampagne stammt von der Milchindustrie und die meisten Infos aus der Werbung, dennoch stecken Slogans darüber, dass Milch stark und munter macht, lebensnotweniges Kalzium enthält und darüber hinaus viele weitere gesunde Zutaten noch in vielen Köpfen fest. Die Tatsachen liegen allerdings etwas anders. Natürlich enthält Milch viel Protein und Kalzium, daran besteht kein Zweifel, darüber hinaus enthält sie aber auch Wachstumshormone, Antibiotika und Steroide und Östrogene. Selbstverständlich sind die Mengen, wie Befürworter von Milchprodukten gerne betonen, gering, aber jeder, der ohnehin schon zu viel Östrogen im Körper hat, will auch keine kleine Menge hinzufügen. Die Wachstumshormone stehen außerdem im Verdacht, hormonell bedingte Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs zu begünstigen. (In Bezug auf Prostatakrebs gibt es bereits aussagekräftige Studien.) Das ist besonders dann interessant für Dich, wenn Dein Krebsrisiko durch Östrogendominanz oder PCOS ohnehin erhöht ist. Aber auch wenn Du nicht betroffen bist, kann es nicht schaden, das Risiko zu senken. Weitere Faktoren, die dafür sprechen, Deinen Konsum von Milchprodukten einzuschränken, sind die entzündungsfördernde Wirkung und der negative Einfluss auf den Darm. Wenn Du unter hormoneller Akne leidest, könnten Milchprodukte außerdem einer der Auslöser sein. Falls Du gerne einen eigenen Artikel zum Thema Milch und ihre Auswirkungen im Detail sowie Milchersatz und die passenden Rezepte lesen würdest, lass es mich in einem Kommentar wissen.

Wie hältst Du es mit den ‚bösen’ Lebensmitteln? Verzichtest Du komplett, richtest Du Dich nach der 80/20 Regel oder machst Du für machen Lebensmittel eine Ausnahme?

Lesenswert:

Science Mag: Contraceptive Properties of Stevia rebaudiana
Video: Hormones 101 With Alisa Vitti of Flo Living

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Ich bin keine Ärztin. Wenn Du Gesundheitsprobleme oder chronische Krankheiten hast, die über ein Hormongleichgewicht hinausgehen, oder Medikamente nimmst, frage bitte Deinen Arzt oder Therapeuten um Rat, bevor Du Deine Ernährung veränderst oder Nahrungsergänzungsmittel einnimmst.

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