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Glück

Achtsamkeit: Wie ein Leben im Hier und Jetzt Dich glücklich macht

Ganz zu Anfang möchte ich sagen: Achtsamkeit und Meditation sind nicht dasselbe, auch wenn die Begriffe heute oft gleichbedeutend verwendet werden. Während Meditation darauf abzielt, Gedanken loszulassen, den Kopf frei zu machen und einen Zustand von Stille zu erreichen, arbeitet Achtsamkeit mit Konzentration. Wenn Du den beinahe schwebenden Zustand erreichen willst, in dem Du Raum und Zeit vergisst, wirst Du mit einer Übung, die Dich dazu ermutigt, Dich zu konzentrieren, nicht weit kommen. Willst Du jedoch eine bessere Stressresistenz entwickeln, gelassener durch den Alltag gehen, effektiver Aufgaben erledigen und Ängste abbauen, ist Achtsamkeit genau das Richtige für Dich. Meditation hat denselben Effekt, aber eine etwas andere Herangehensweise, die uns oft schwerer zugänglich ist als Achtsamkeit. Daher verwenden die meisten Meditations-Apps auch Achtsamkeitsübungen, um dem Zustand gedanklicher Stille näher zu kommen. Wenn Du möchtest, kannst Du Achtsamkeit also als eine besondere Form der Meditation betrachten. Eine geführte Meditation.

Was ist Achtsamkeit genau?

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es darum, uns und unserer Umwelt Beachtung zu schenken und das sehr konzentriert, einer Sache nach der anderen. Das kann ein Körperscan sein, eine Dankbarkeitsübung, Selbstliebe oder essen. Ziel ist es, im Hier und Jetzt zu sein, Deine Umgebung, Deine Handlung, ja sogar Deinen Körper genau wahrzunehmen, ohne Ablenkung. Achtsamkeit ist das Gegenteil von Multitasking – ein Mythos, der uns weismachen will, dass wir mehr schaffen, wenn wir alles gleichzeitig erledigen, und der ursprünglich nur für Computer angewendet wurde. Filme wie Wallstreet haben bereits in den Achtzigern die Illusion erschaffen, dass wir bessere Arbeiter sind, wenn wir tausend Baustellen gleichzeitig beackern und nicht nachlassen, egal, wie groß der Stress ist. Multitasker rühmen sich damit, wie viele Aufgaben sie gleichzeitig mit Leichtigkeit erledigen . Tatsächlich kann unser Gehirn jedoch nur eine bis höchstens zwei komplexe Aufgaben auf einmal lösen, alle anderen Arbeiten werden entweder nachlässig oder zumindest schlechter vollendet, mit Sicherheit aber nur mit einem Bruchteil unserer Konzentration. Wenn Du mehrere Punkte Deiner To-Do-Liste gleichzeitig erledigst, bekommst Du eventuell mehr geschafft, aber Deine Arbeit hat nicht die gleiche Qualität, dies sie hätte, wenn Du eine Aufgabe nach der anderen bearbeitest, und Dein Stressfaktor steigt erheblich. Was für die Arbeit gilt, gilt auch fürs Leben, wer alles auf einmal macht, bekommt nur die Hälfte von allem mit. Einen Sonnenuntergang anschauen und gleichzeitig Nachrichten beantworten, klingt nicht sehr romantisch und verleidet Dir mit Sicherheit das Naturschauspiel. Ein einfaches Beispiel, das zeigt, wie wichtig es ist, unsere Aufmerksamkeit zu konzentrieren, am besten auf die Dinge und Menschen, die uns wichtig sind. Achtsamkeitsübungen helfen Dir dabei, im Hier und Jetzt zu sein und Deine Aufmerksamkeit zu steuern. Dabei ist es wichtig, dass Du weder die Übung noch Deine Umgebung bewertest. Es ist nicht schlimm, wenn Deine Gedanken wandern, und Du sie nicht zwanzig Minuten ununterbrochen auf Deinen Atem gerichtet halten kannst. Es ist egal, wenn Deine rechte Hand kribbelt und Dein linkes Bein sich nach gar nichts im Speziellen anfühlt. Achtsamkeit nimmt wahr, sie bewertet nicht. Das hilft uns aus dem Nebel der Gewohnheit aufzutauchen, den Autopiloten auszuschalten und unser Leben bewusst in der Gegenwart zu leben.

Wer achtsam lebt, hängt nicht in der Vergangenheit fest und träumt nicht von einer unerreichbaren Zukunft, sondern akzeptiert die Vergangenheit, wie sie war, und lässt sie gehen, während er heute den ersten Schritt in Richtung der möglichen Zukunft tut. Das klingt für Dich jetzt vielleicht zu spirituell oder nicht machbar, aber ich verspreche Dir, dass die Übungen nicht allzu schwer sind und die Effekte dafür umso größer. Zehn Minuten Training täglich mit einer Mindfulness-App zeigen schnell Erfolge. Auch ein Achtsamkeitstagebuch oder die Konzentration auf Affirmationen oder eine Intention für den Tag helfen Dir dabei, Deinen Alltag achtsam und mit Respekt für Dich und andere zu gestalten. Wenn es Dir so geht wie mir, wirst Du feststellen, dass Achtsamkeit in fast jeder Lebenslage ein guter Ratgeber ist und Dich befähigt, zufriedener und entspannter zu leben und Deine Ziele leichter zu erreichen. Du kannst Dir meine Vorlage für ein Achtsamkeitstagebuch hier downloaden. Einige einfache Übungen zum Herunterladen findest Du unter diesem Link. Wenn Du Dich lieber auf etwas Handfestes konzentrierst, kannst Du hier kleine Achtsamkeits-Pausen selber ausdrucken. Die besten Meditationsapps habe ich in diesem Artikel vorgestellt. Ich kann Dir nur raten, Achtsamkeit eine echte Chance zu geben, Du wirst mit Sicherheit nicht enttäuscht. Versprochen.

»Welchen Tag haben wir heute«, fragte Puuh.
»Es ist Heute«, quiekte Ferkel.
»Mein Lieblingstag«, sagte Puuh.

Alan Alexander Milne

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