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Hormone

10 Anzeichen dafür, dass Du die Pille nicht verträgst

Ob und wie Du verhütest, ist Deine ganz persönliche Sache. Lass Dir von niemandem, auch nicht Deiner Frauenärztin, vorschreiben, ob Du die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel nimmst oder nicht. Wenn Du allerdings das Gefühl hast, dass Du die Pille nicht verträgst, oder gesundheitliche Probleme hast, die Du Dir nicht erklären kannst, solltest Du Dir unbedingt die Packungsbeilage Deiner Pille anschauen und prüfen, ob Deine Symptome eine Nebenwirkung sein könnten. Ich habe lange gebraucht, um Symptome und Pille zusammenzubringen und meine Frauenärztin war keine Hilfe. Sie hat mir wieder und wieder versichert, dass nicht die Pille an sich, Ursache für meine Probleme sei, sondern nur das spezielle Präparat. Damit hatte sie unrecht, wie ich heute weiß.

Mögliche Anzeichen für eine Unverträglichkeit der Pille sind:

1. Starke Schmerzen während oder vor der Periode (Auslassblutung)

Viele junge Frauen bekommen die Pille verschrieben, weil sie starke Schmerzen während Ihrer Periode haben. Lassen diese jedoch auch unter der Pille nicht nach, solltest Du hellhörig werden.

2. Stimmungsschwankungen

Bist Du einen Moment lang himmelhochjauchzend und im nächsten zu Tode betrübt? Könntest Du Deinem Gegenüber den Kopf abreißen, nur weil er da ist? Stimmungsschwankungen sind eine häufige Nebenwirkung der Pille, werden von vielen jedoch nicht mit dem Verhütungsmittel in Verbindung gebracht.

3. Depressionen

Ob die Pille die Ursache für eine Depression oder eine depressive Verstimmung ist, kann nur ein Arzt oder Therapeut ermitteln. Mit Sicherheit verschlechtert die Pille diesen Zustand jedoch. Wenn Du betroffen bist, kann ich Dir nur raten, die Pille nach Absprache mit Deinem Therapeuten abzusetzen und mindestens drei Monate, eher noch sechs, zu schauen, wie sich Deine Symptome verbessern. Vertrau auf Dein Gefühl.

4. Angstzustände | Panikattacken | übermäßige Sorge

Genau wie Depressionen und Stimmungsschwankungen gehören Angsterkrankungen wie Panikattacken, Angstzustände und sogar Nachtschreck und übermäßige Sorge zu den häufigen Nebenwirkungen der Pille. Leider werden sie auch von Fachärzten und Therapeuten viel zu selten als solche anerkannt. Wenn Du Dich ständig unruhig, ängstlich, besorgt fühlst, wage den Test und überprüfe, wie Du Dich hormonelle Verhütung fühlst.

5. Unlust

Du hast einfach nicht so viel Lust wie andere? Noch nie? Oder hat sich das geändert, seit Du die Pille nimmst? Für Libido gibt es keinen allgemeingültigen Maßstab. Manche Menschen haben mehr Lust als andere, aber zu einem gesunden, ausbalancierten Hormonhaushalt gehört auch eine gesunde Libido. Die Crux an dieser Nebenwirkung der Pille ist, dass sie Betroffene oft weit weniger stört als die Partner. Trotzdem ist es schade, die eigenen, natürlichen Gefühle durch ein Medikament zu dämpfen, oder?

6. Zwischenblutungen

Wenn die Hormonmenge der Pille nicht optimal auf den Körper abgestimmt ist, beispielsweise zu schwach oder ungünstig zusammengesetzt ist, kann es zu Zwischenblutungen während der Einnahme kommen. Ein sicheres Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Außerdem können Zwischenblutungen darauf hindeuten, dass die Pille nicht richtig wirkt. Verhüte also unbedingt zusätzlich.

7. Mastopathie | Schmerzende Brüste (Mastodynie) | Zysten und Knoten in der Brust

Mastopathie, schmerzende Brüste, besonders vor der Periode (Abbruchblutung) und Zysten oder Knoten in der Brust sind ein Zeichen für Östrogenüberschuss und/oder Progesteronmangel. Sie sind zunächst nicht gefährlich, aber oft sehr unangenehm. Deine Pille könnte die falsche Hormonzusammensetzung für Dich haben. Wenn Du die Pille absetzt, verschwinden die Symptome, sobald Deine Hormone in Balance sind.

8. Gehirnnebel (Brain Fog)

Fühlst Du Dich oft benebelt und eventuell sogar unkoordiniert oder als hättest Du einen Eimer über dem Kopf? Das kann an der Pille liegen oder daran, dass Dein Blutzucker nicht stabil ist. Normal ist dieser Zustand auf keinen Fall und Du musst ihn auch nicht ertragen. Versuche Deinen Blutzucker zu stabilisieren. Sollte der Nebel im Kopf nicht verschwinden, könnte die Pille der Übeltäter sein.

9. Wiederkehrende Blasenentzündungen

Blasenentzündungen sind unter Frauen ein verbreitetes Problem. Kommen sie ständig wieder, ist der Leidensdruck oft sehr hoch, vor allem, wenn nichts zu helfen scheint, auch nicht die größten Vorsichtsmaßnahmen. Die Pille könnte neben Stress und übermäßiger Hygiene eine der Ursachen sein. Sie verändert das körpereigene Milieu und gibt Bakterien eine Chance, sich anzusiedeln. Ich kenne Frauen, bei denen das Absetzten der Pille dazu geführt hat, dass sie nach Jahren mit Antibiotika und unzähligen Arztbesuchen nie wieder eine Blasenentzündung hatten.

10. Migräne

Migräne kann das Leben derart einschränken, dass Betroffene krank zu Hause bleiben müssen, gelegentlich mehrfach pro Monat, sie können nicht uneingeschränkt am sozialen Leben teilnehmen und quälen sich mitunter tagelang durch höllische Schmerzen. Solltest Du an Migräne leiden, stelle unbedingt die Pille auf die Probe. Wage den Absetztest und schaue, ob sich die Migräneattacken verbessern oder vielleicht sogar ganz ausbleiben.

Natürlich gibt es weit mehr als diese 10 Gründe, über das Absetzten der Pille nachzudenken. Wasserablagerungen, Akne, Hautprobleme, Haarausfall, Probleme mit der Schilddrüse, Reizdarmsyndrom, Verdauungsprobleme zum Beispiel. Es gibt auch einen guten Grund, die Pille zu nehmen: Zuverlässige, einfach Verhütung. Ob Du die Pille verträgst und ob Du sie trotz Nebenwirkungen der Verhütung zuliebe weiterhin nehmen möchtest, kannst nur Du entscheiden. Die Hauptsache ist, Du fühlst Dich wohl und nimmst keine Einschränkungen in Kauf, weil Dein Partner keine Kondome mag oder Du Dich mit allen anderen Verhütungsmethoden unsicher oder überfordert fühlst.

Wie stehst Du zur Pille? Nimmst Du sie? Hast Du sie abgesetzt oder spielst mit dem Gedanken? Ich würde mich freuen, von Deinen Erfahrungen zu hören.

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Ich bin keine Ärztin. Wenn Du Gesundheitsprobleme oder chronische Krankheiten hast, die über ein Hormongleichgewicht hinausgehen, oder Medikamente nimmst, frage bitte Deinen Arzt oder Therapeuten um Rat, bevor Du Deine Ernährung veränderst oder Nahrungsergänzungsmittel einnimmst.
  • Antworten
    Diana
    17. September 2018 at 16:28

    Hallo,

    sehr schöner Artikel und vor allem sehr differenziert geschrieben.
    Ich gehöre zu den Frauen die kompletten Abstabd von hormonellen Verhütungsmethoden genommen hat – aber auch von invasiven Methoden wie die Kupferspirale.
    Meine erste Erfahrung mit der Pille machte ich mit 16 Jahren. Nach wenigen Monaten Einnahme bekam ich an meinen Beinen überall blaue Flecke, sie spannten schmerzhaft und ich musste sie ständig hochlegen. Außerdem bekam ich eine so massive Sonnenallergie, dass ich im Sommer langärmlig und lange Hosen tragen musste – das war wirklich schrecklich. Kaum waren vor allem meine Arme, Hände u Füße der Sonne ausgesetzt bekam ich rote Punkte und einen unaufhörlichen Juckreiz.
    Meine Frauenärztin war auch der festen Überzeugung, dass das niemals von der Pille kommen kann. Ein Blick in die Packungsbeilage verriet mir „Doch, kann es!“. Ich setzte sie ab und siehe da, binnen kürzester Zeit verschwanden alle Symptome. Jahre später mit 25 Jahren wagte ich einen letzten Versuch mit einer Minipille und einer großartigen Frauenärztin die mir riet aufgrund meiner Vorgeschichte vorsichtig zu sein und bei den kleinsten Symptomen (vor allem das mit den blauen Flecken und spannenden Beinen fand sie äußerst alarmierend) die Pille sofort abzusetzen.
    Ich wagte also einen letzten Versuch und bekam zwar nicht nochmal diese Symptome, aber dafür einen anderen bunten Strauß an Nebenwirkungen: ständige Zwischenblutungen und Stimmungsschwankungen, dass ich mich selbst nicht mehr wiedererkannte. Ich war wg jedem Bisschen sofort betreten, beleidigt, musste weinen usw.
    2 Monate sah ich mir das an, dann beendete ich auch diesen kurzen Ausflug in die Welt der hormonellen Verhütung.

    Insgesamt habe ich nun schon seit 14 Jahren Sex, ca 13 Jahre davon mit Kondomen, seit Kurzem jetzt mit NFP nach Sensiplan und Kondomen in der fruchtbaren Zeit. Ich bin happy! Ich mag den natürlichen Zyklus meines Körpers, ich weiss es sehr zu schätzen was er monatlich „schafft“, wie komplex die ganzen Abläufe sind und das alles so reibungslos funktioniert. Für mich persönlich käme es nie wieder in Frage dieses natürliche und perfekt funktionierende Gleichgewicht meines Körper zu „stören“. Ich weiss, dass ich vielleicht auch leicht reden habe, da ich einen extrem regelmäßigen Zyklus von nahezu immer exakt 26 Tagen habe und meine Periode alles andere als schmerzhaft oder stark ist. Ich weiss, dass es Umstände gibt, durch die die Pille wirklich eine Erleichterung für den Alltag darstellt.
    Aber allen Frauen die zb auch unter den Nebenwirkungen der Pille leiden, kann ich es nur ans Herz legen sich mit Alternativen wie zb NFP nach Sensiplan, auseinanderzusetzen. Für mich ist es eine große Bereicherung 🙂

    • Antworten
      Nicole
      18. September 2018 at 9:14

      Liebe Diana,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und das Teilen Deiner Geschichte. Mir geht es inzwischen ganz genau so. Ich genieße den natürlichen Zyklus und die Veränderungen, die jede Zyklusphase mit sich bringt.

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